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Soll ein guter Arzt viel Geld verdienen? (Artikel von Dr. Machens im Deutschen √Ąrzteblatt)

Ethik und ärztliches Selbstverständnis in der Selbstzahlermedizin.

Wir √Ąrzte wundern und √§rgern uns seit Jahren mehr oder weniger ausgesprochen dar√ľber, da√ü unsere Arbeit zunehmend √∂ffentlich angegriffen und unsere Honorare immer mi√ütrauischer be√§ugt werden. Trotz steigender Anforderungen wird den √Ąrzten immer weniger Honorar zugestanden. Nat√ľrlich k√∂nnte man dahinter einzelne b√∂sartige Aktionen von Gegnern der √Ąrzteschaft vermuten ‚Äď aber was halten Sie von dem Gedanken, da√ü die gesamte Bev√∂lkerung das nicht mehr so wertvoll empfindet, was wir √Ąrzte in toto an Dienst-Leistung erbringen??


Da jeder Mensch sich immer Beziehungen mit ‚ÄěWert f√ľr Wert‚Äú w√ľnscht, w√§re das eine stimmige Erkl√§rung sowohl f√ľr die √∂ffentlichen Angriffe als auch daf√ľr, da√ü Politiker jeder Couleur seit Jahren absolut ungestraft √§rztefeindliche Spr√ľche und Aktionen loslassen. Auch in einem rein √§rztlichen Medium √§u√üert man so einen Gedanken ungern, weil er nat√ľrlich sofort von einigen unter den nicht√§rztlichen Lesern als Rechtfertigung f√ľr den neuesten √§rztefeindlichen Schwachsinn genutzt wird. Qualit√§tsmanagement und externe Kontrollen der √§rztlichen T√§tigkeit sind ein oberfl√§chlicher Ansatz, ein un√∂konomischer, dirigistischer Weg.
Wenn wir √Ąrzte die Lage von unserer Seite aus analysieren und verbessern wollen, m√ľssen wir unsere ‚ÄěKunden‚Äú genauer verstehen. Das Gef√ľhl, nicht das Richtige zu bekommen, haben inzwischen viele unserer Patienten bei den massenhaft verbreiteten typischen Problemen eines reichen Industrielandes, n√§mlich bei
¬∑ intensiver technischer Diagnostik von subjektiv als psychosomatisch wahrgenommenen St√∂rungen, infolge dessen nat√ľrlich auch bei einer
· Therapie von relativ harmlosen Zuständen mit massiv eingreifenden Methoden oder Medikamenten und bei jeder
· subjektiv als Desinteresse empfundenen Inaktivität des Arztes bei Problemen ohne ernste
Diagnose.
Gemeinsam ist diesen √§rztlichen Verhaltensweisen, da√ü sie durch die g√§ngige Klinikausbildung verst√§rkt und mit den herrschenden Geb√ľhrenordnungen perpetuiert werden. Einem dergestalt frustrierten Patienten subjektiv befriedigende, medizinisch korrekte L√∂sungen anzubieten, ist leider nur als Selbstzahlerleistung m√∂glich. Medizinisch sinnvolle Selbstzahlerleistungen sind zugleich die einzige wirtschaftlich sinnvolle Reaktion auf die Honorarsituation.
Wir sind unversehens in eine neue historische Phase geraten, die dringend nach einer intensiven inner√§rztlichen Diskussion des √§rztlichen Verkaufens oder Nichtverkaufens verlangt. Sehr wichtig ist dabei die Situation und Sichtweise des ‚ÄěEndverbrauchers‚Äú: Was kann der Patient sich leisten ‚Äď das ist genauso wichtig wie die Frage: was mu√ü er sich leisten? Es ist keinesfalls damit getan, f√ľr die gleiche Leistung wie fr√ľher einfach mehr Geld zu verlangen, wie es einige unbedarfte Kollegen versuchen. Vielmehr verlangt Selbstzahlermedizin ein neues, besser und individueller ma√ügeschneidertes Angebot! Was mu√ü der Arzt verkaufen, was darf er verkaufen? Vieles eigentlich doch N√∂tige zahlen die Kassen nicht mehr. Es ist sicher nicht so, da√ü in der Selbstzahlermedizin nur √úberfl√ľssiges oder Unethisches gemacht wird ‚Äď das kommt aber leider (noch) vor und hat seine Gr√ľnde

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