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18.05.2024

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Buchbesprechung:

Diese Buchbesprechung m├╝ssen Sie nur lesen, wenn Sie sowieso Alles gerne lesen, was ich schreibe (hihi, nat├╝rlich Danke), oder wenn Erste Hilfe und Buchtitel wie "Taktische Eigensicherung im Rettungsdienst - Gefahren erkennen, richtig reagieren" f├╝r Sie spannende Themen sind. Verfasst von Christoph Lippay und Mario Pr├Âhl, erschienen im S+K-Verlag 2018. 80 n├╝tzliche Seiten f├╝r 25 Euro - na gut, im A6-Format sind es dann 174 Seiten, aber schnell und angenehm zu lesen. Man sollte es zweimal lesen. Noch dazu sind die Bilder sehr instruktiv und einpr├Ągsam.

Einer der guten Tips aus diesem Buch gilt auch im Privatleben: Wenn Sie zu mehreren in einem Fahrzeug unterwegs sind, gibt es schnell Probleme, wenn nur einer den Schl├╝ssel hat und der wird irgendwie festgehalten. Also immer mindestens 2 Leute mit Fahrzeugschl├╝ssel ausstatten, damit Sie wieder wegkommen.
Wenn Sie als Ersthelfer ein Zimmer betreten, gehen Sie zuerst um den vielleicht am Boden liegenden Patienten herum, damit Sie dann bei der Versorgung z.B. auch die T├╝r im Blickfeld haben; das ist eine gute Gewohnheit f├╝r jeden derartigen Fall.
F├╝r haupts├Ąchlich medizinisch Ausgebildete ist der Hinweis wichtig, dass die Zusammenarbeit mit der Polizei dadurch gepr├Ągt wird, dass diese immer auf Anordnungen von ihrer Zentrale wartet (zum Teil lange und draussen im Regen....), was dem Rettungsdienst erspart bleibt. N├╝tzlich auch der Tip, sich den Patienten herausbringen zu lassen, wenn Wohnungsinhaber darauf bestehen sollten, dass die Helfer ihre Schuhe ausziehen.
Trotz allen hohen Nutzwerts st├Ârt mich leider eines massiv an diesem Buch: Die Denkweise, die den jungen Rettungssanit├Ątern und Not├Ąrzten hier vermittelt werden soll, ist nicht ganzheitlich, sondern ├╝berwiegend milit├Ąrisch gepr├Ągt. Die Grundidee ist immer, den hilfesuchenden Patienten prim├Ąr als "Gefahr f├╝r die Einsatzkr├Ąfte" und als Bedrohung wahrzunehmen und sich dementsprechend zu verhalten.
Dadurch kommt ein sehr distanzierter Grundton in die gesamte Kommunikation
hinein, den man in den letzten Jahren z.B. auch bei der Polizei immer st├Ąrker sp├╝rt. Daraus folgt logisch, aber ungeschickt eine bedrohlich wirkende Aufstellung der Mitarbeiter wie im Krieg: w├Ąhrend 1 oder 2 Sanit├Ąter sich um den Patienten am Boden bem├╝hen, stehen 1 oder 2 andere mit dem R├╝cken zu denen, die am Boden knieen. Das w├Ąre logisch, wenn alle sofort schiessen m├╝ssten.... hier sp├╝rt man die Bundeswehr-Ausbildung eines der Autoren.
Viel geeigneter ist aber eine Anordnung, wo der Sichernde ├╝ber die am Boden Arbeitenden und den Patienten hinwegschaut und sich nur bei Ann├Ąherung von Fremden auf diese zu bewegt. Die Reaktionszeit bei einem Angriff ist geringf├╝gig l├Ąnger, aber die Ausstrahlung auf die anderen Menschen ist viel harmonischer. Zudem sieht man aus dem Augenwinkel die eventuell ablaufende Reanimation und die anderen Kollegen. In einem Viererteam stehen die beiden Sicherer besser seitlich versetzt zueinander, sehen sich gegenseitig und erreichen praktisch 360 Grad Abdeckung.
Wenn man als Arzt oder Sanit├Ąter diese ├ťberlegung ber├╝cksichtigt, heisst das nat├╝rlich nicht, dass man die Eigensicherung vernachl├Ąssigen soll. Aber es gilt, das Kunstst├╝ck zu erlernen, als freundschaftlicher Kommunikator und Helfer ehrlichen Kontakt aufzunehmen und ab einer gewissen Bedrohungsschwelle als "Sofortumschalter" zu reagieren, zu fl├╝chten oder zu k├Ąmpfen. Vermeiden Sie, dauernd unter Adrenalin zu stehen, aber seien Sie bereit dazu.
Mit diesen Einschr├Ąnkungen ein sehr gutes Buch!



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