Praxismanagement
20.02.2024

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Sitzpl├Ątze im Sprechzimmer - was bedeuten Sie?

Wir setzen uns einfach dahin, wo ein Stuhl steht. Ist das wirklich Alles? Oder sagt eine Sitzordnung doch etwas mehr ├╝ber die anwesenden Menschen aus? Was ├Ąndert sich, wenn wir eine Anordnung von Sesseln anders hinstellen? Mehr als man meint! F├╝r den Fall, da├č ein Medizinstudent oder ein junger Assistenzarzt in Ihrer Praxis mitarbeiten soll, bekommen Sie hier wichtige Tips!

Die Standardanordnung der meisten Arztpraxen ist die aus dem klassischen Chefb├╝ro: frontal einander gegen├╝ber. So sitzt der Arzt hinter dem m├Âglichst imposanten Sprechzimmertisch und der Patient davor. Manchmal steht da auch ein zweiter Stuhl f├╝r eventuelle Begleitpersonen. Die Wirkung ist distanzierend und imagest├Ąrkend f├╝r den Arzt hinter dem Tisch.
Die von Psychotherapeuten viel genutzte Alternative ist das gleichberechtigte Sitzen ├╝ber Eck an einem Tisch. Das erzeugt viel Gemeinsamkeit und N├Ąhe und l├Ą├čt dennoch dem Patienten gen├╝gend Freiraum, sich auch im k├Ârperlichen Sinne zur├╝ckzuziehen. Manchmal zeigt er ganz deutlich, wieviel Freiraum er braucht ÔÇô manchmal zeigt er auch einen Kontaktwunsch, indem er n├Ąher r├╝ckt. F├╝rs Pulsf├╝hlen oder eine kleine Untersuchung ist diese Sitzordnung insofern ideal, als Sie nicht aufzustehen brauchen, sondern den Patienten sofort ber├╝hren k├Ânnen. Ein Nachteil bei langj├Ąhriger Berufsaus├╝bung ist die automatisch-zwangsweise Verdrehung der Wirbels├Ąule, die Sie sich antun, wenn Sie jahrelang in der gleichen Weise arbeiten.

Welchen Platz weisen Sie nun dem Studenten zu, der von Ihnen Gespr├Ąchstechnik, Medizin und Praxisorganisation lernen soll? In der klassischen Anordnung w├╝rde
ein Platz direkt neben dem Arzt bedeuten, da├č er als Ihre rechte Hand in Ihren Unterlagen lesen kann - somit Dinge sieht, die der Patient nicht sieht und auf Ihrer Seite steht. Didaktisch von Nachteil ist dabei, da├č der Student den Arzt nicht genau beobachten kann. Deshalb empfehle ich eine Anordnung mit seitlichem Blick auf beide, so da├č der Student die Ausstrahlung und Mimik des Arztes gut sieht und gleichzeitig ihre Wirkung auf den Patienten. Damit wird ausgedr├╝ckt, da├č das Beobachten der Interaktion wichtiger ist als der Blick in die Kartei oder auf den PC-Bildschirm. Wenn Sie zur Wissens├╝berpr├╝fung eine Frage an den Studenten stellen oder ihm eine Erkl├Ąrung gehen, ist der Patient nicht so ausgeschlossen, wie wenn 2 Experten hinter einem Riesenschreibtisch ├╝ber ihn reden.

Noch deutlicher wird dieser Effekt in der ÔÇ×psychotherapeutischenÔÇť Sitzweise ├╝ber Eck. Der Dritte wird so zum Beobachter, der sich durchaus mit dem Patienten verb├╝nden k├Ânnte, so da├č dieser nicht in die Minderheit ger├Ąt. Tats├Ąchlich erlebt man auch oft, wie die Patienten das Wort an den Studenten richten oder ihn ansehen, wenn sie W├╝nsche an den Praxisinhaber anmelden.

Mein Tip daher: Setzen Sie Studenten oder Assistenz├Ąrzte seitlich so, da├č sie die Gesichter aller im Raum beobachten k├Ânnen.



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