Praxismanagement
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Rundbriefe 2008-2010

Hier lesen Sie die wichtigsten Ausz├╝ge aus unseren Rundbriefen 2008-2010.



10. M├Ąrz 2008
Achtung bei Praxismietvertr├Ągen
Tip zur Erinnerung f├╝r alle, die schon lange keinen Praxis-Mietvertrag mehr abgeschlossen haben: In jeden Mietvertrag m├╝ssen Sie einen Konkurrenzschutz einbauen; Ihr Vermieter darf ohne Ihre Zustimmung keine Konkurrenz ins Haus oder die Nachbarschaft lassen. Weitere Tips bekommen Sie, wenn Sie Ihren Mietvertrag an mich telefaxen.

15. M├Ąrz 2008
Apropos Optimismus: Wie sieht Ihre Vorbereitung f├╝r Todesfall aus? Dr├╝cken Sie sich, oder bereiten Sie das dann notwendige Schreiben an die KV (Antrag auf 2 Witwenquartale), das Finanzamt, den Steuerberater und die Banken schon vor? An Ihre Lebensversicherungen brauchen Sie nur dann ein Schreiben aufzusetzen, wenn diese nicht ├╝bereignet sind. Sonst k├╝mmert sich Ihre Bank dann liebevoll darum, das Geld aus der Lebensversicherung sofort einzukassieren.
Erleichtern Sie Ihren Angeh├Ârigen das Leben! An alle Patienten sollte ebenfalls ein vorbereitetes Schreiben rausgehen. Haben Sie den Mut, es gleich aufzusetzen. Ebenfalls eine gute Vorbereitung ist ein Testament. In ein gemeinsames Testament zweier Ehegatten geh├Ârt hinein, da├č der ├╝berlebende Ehepartner es sp├Ąter ab├Ąndern darf.

Ehrlichkeit per Gericht erzwingen??
Immer wieder versuchen ├Ąrztliche Kollegen, die Einhaltung der fr├╝her g├╝ltigen Regeln von Recht und Gesetz und gesundem Menschenverstand per Gerichtsbeschlu├č zu erzwingen. Haben sie es denn immer noch nicht gemerkt? Die Machthaber machen ihre Di├Ąten und ihre Gesetze selber, sie halten sich nicht mehr ans Grundgesetz - nicht nur, soweit es EBM und SGB V angeht! Die typischen Begr├╝ndungen lauten "Gestaltungsspielraum", "Mischkalkulation", "Erprobungsregelung" usw. Erinnern Sie - oder Ihre Gro├čeltern? - sich noch an Tempo 100 auf der Landstra├če? Hat man je wieder etwas davon geh├Ârt, wie der angebliche "Langzeitversuch" ausgegangen sein soll??
Das Beste zum Schlu├č: laut Rundschreiben der KV sind immer noch 61% der ├ärzte von der Arbeit der KV ├╝berzeugt. Das ist Klasse f├╝r die Wenigen mit Hirn. O-Ton KV-Rundbrief: ".... m├╝ssen...., wenn wir in Bayern die Qualit├Ąt und den Leistungsbedarf weiter erhalten wollen." Da hat jemand unfreiwillig zugegeben, aber nicht gemerkt, da├č die Patienten von heute eigentlich ganz gut ohne ├ärzte auskommen. Der enorme Bedarf und die Wartezeiten entstehen nur, wenn die Patienten mit Dumping-Angeboten gelockt werden. Genau!
Deshalb brauchen Sie mein Coaching: um Verkaufen von richtig guter Medizin zu lernen und, um die sehr kleine Gruppe an sich zu binden, die in Ihrer Region gute Medizin wertsch├Ątzt und bezahlen will.

Sie wollen sich trotz oder gar wegen dieses bundesdeutschen Irrenhauses irgendwann einmal niederlassen?
Bereiten Sie sich jetzt schon vor. Optimieren Sie Ihr Wissen ├╝ber den k├╝nftigen Standort, Ihre eigene Qualifikation, machen Sie keine oder minimale Schulden, ├╝ben sie durchdachte Organisation, steigern Sie Ihren pers├Ânlichen Bekanntheitsgrad! Wie w├Ąre es mit einer Homepage auf der technischen Basis von www.Machens-online.de, mit der Sie schon heute Ihre ├Ąrztliche Kompetenz bekannt machen k├Ânnen, selbst wenn Sie noch irgendwo angestellt sind - dabei helfen wir Ihnen.

25. April 2008
Tips f├╝r ├ärzte, die in die Zukunft sehen wollen oder k├Ânnen:
├ťberlasten Sie Ihre Patienten nicht mit Politik, aber bauen Sie sie st├Ąndig in die Praxisaktivit├Ąten mit ein, z.B. durch eine aktive Website, die auch politische Inhalte vermittelt.
"Durchblick Gesundheit" ist gut - legen Sie sie ins Wartezimmer und empfehlen Sie diese Patientenzeitschrift weiter.
Kandidieren Sie für KV und Ärztekammer - ohne sich billig kaufen zu lassen.
Machen Sie sich vom Kasseneinkommen unabh├Ąngig.
Schaffen Sie weitere wirtschaftliche Standbeine.
Bereiten Sie sich und Ihre Patienten auf m├Âgliche Systemzusammenbr├╝che vor - im weitesten Sinne.

21. Mai 2008
Werte made in Germany dagegen werden wieder wertvoll. Lesen Sie "Gauner mu├č man Gauner nennen" von Ulrich Wickert (Piper-Verlag, 2007). Wir ├ärzte m├╝ssen uns deshalb mit der Sehnsucht der Patienten nach verl├Ą├člichen Werten besch├Ąftigen, weil wir so unsere pers├Ânliche und wirtschaftliche Zukunft sichern. Die Masse der Menschen sp├╝rt allm├Ąhlich immer st├Ąrker, wie sehr ihnen die ├╝berall ├╝bliche Oberfl├Ąchlichkeit schadet.
Verstehen Sie, warum sich Regierungsorgane und Krankenkassen so verhalten, wie sie es tun? Sie m├╝ssen genauso verstehen, warum viele Menschen sich so wenig um ihre Gesundheit k├╝mmern. Dazu m├╝ssen sie die Hintergr├╝nde der Politik und nicht nur die Kulissen wahr-nehmen (pardon, dieser Bindestrich mu├čte einfach sein!).
Mit diesem Buch k├Ânnen Sie eine Idee von Gesundheit entwickeln, die nicht beim Individuellen stehenbleibt. Wickerts Begriff f├╝r seine Vision "humanes Zusammenleben" finde ich sehr nachvollziehbar. "Ein humaner Staat - das fehlt irgendwie noch."

25. Mai
Alte und Junge - wie geht es weiter?
Beobachten Sie genauer, wie Alte und Junge derzeit in unserem Lande miteinander umgehen, und was das f├╝r unser Aller Zukunft bedeutet. F├╝r uns ├ärzte ist dies wichtig, weil Gesundheit mehr ist als das Organische oder Fachspezifische. Das wird Ihnen sp├Ątestens dann eindeutig klar, wenn Sie als Frauenarzt oder Augenarzt bei b├╝rgerkriegs├Ąhnlichen Unruhen eine H├Ąufung von Herzinfarkten zu behandeln haben werden.
- Gehen Sie mal mit einem kleinen Kind an der Hand durch eine Autobahnrastst├Ątte, wenn ein Reisebus voller Senioren einf├Ąllt.
- Oder stehen Sie mal mit Kindern an der Kasse des Skiliftes, wenn ein eiliger Rentner sein Ticket will.
Vielleicht geht es ihnen dann so wie mir: Mich ├╝berrascht die H├Ąrte sehr, mit der die jetzt ├╝ber 60j├Ąhrigen ihre Anspr├╝che wahrhaft durchboxen (wie immer best├Ątigen Ausnahmen die Regel, es geht um eine sogenannte "Typologie" und nicht darum, Vorurteile zu z├╝chten!). ├ťberlegen Sie weiter, mit welcher Legitimation Kleinkinder von heute schon verschuldet sind, weil sie pr├Ąnatal fest als Nettozahler eines Sozialsystems eingeplant wurden.
Notwendige Folgerungen aus diesen Beobachtungen müssen sich historisch noch entwickeln. Aber viele Entwicklungen in den letzten Jahrzehnten rollten viel schneller an als erwartet - seien wir also auf der Hut! Wir Ärzte müssen den Älteren das Risiko klarmachen, das sie mit so einem egoistischen Verhalten eingehen und sie liebevolles vorbildliches Verhalten lehren.
Viele von uns ├ärzten geh├Âren selber schon bald zu diesen ├älteren. Auch deshalb sollten wir L├Âsungsmodelle vorbereiten, die den J├╝ngeren eine gewaltfreie Umgestaltung einer verfahrenen Situation erlauben. Seien wir alle Vorbild im Umgang mit Kindern, Jugendlichen und jungen Menschen (z.B. Medizinstudenten oder Assistenz├Ąrzten!). Lehren wir sie die Hintergr├╝nde der Entwicklung. ├ťben wir mit ihnen faire partnerschaftliche Entscheidungsprozesse statt der derzeitigen unehrlichen Akklamationsdemokratie.

30. November
Gute ├ärzte = erfolgreiche ├ärzte? Arzt und Erfolg - fr├╝her waren das noch Synonyme. Bis etwa 1980 mu├čte kein deutscher Arzt ernsthaft dar├╝ber nachdenken, ob seine neu gegr├╝ndete Praxis erfolgreich sein w├╝rde: die Patienten kamen, Kredite waren kein Problem, Arbeit war immer reichlich da und wurde - fast immer - gut bezahlt.
Der Arzt von heute erlebt ein Land in der Krise. Jedes deutsche Neugeborene kommt (Stand 2004) mit 17500 EUR vom Bund gemachter Schulden auf die Welt, Tendenz steigend. 2-10 Millionen Menschen beklagen sich dar├╝ber, "keinen Arbeitsplatz" zu haben: dieser Ausdruck bedeutet eigentlich "keine Einkommensquelle". Viele Deutsche werden auch ohne Arbeit so gut alimentiert, da├č es irrational w├Ąre, zus├Ątzlich zu arbeiten. Unternehmer mit Ideen und Energie weichen nach Osteuropa aus, weil sie keine b├╝rokratischen und juristischen Kn├╝ppel mehr zwischen den Beinen wollen. Das Stadtbild vielerorts zeigt den Verfall, viele Menschen wirken deprimiert und vorgealtert.
Und wie geht es den ├ärzten? Untereinander zerstritten, von den Medien als Abzocker vorgef├╝hrt, von ihren fr├╝heren Interessenvertretern geknebelt sehen sie sich einem immer m├Ąchtigeren und zunehmend b├╝rokratischen Kontrollapparat gegen├╝ber, der die Arbeit immer unerfreulicher macht. ├ťberschuldung, Alkoholgef├Ąhrdung, Depression, R├╝ckzug aus der ├ľffentlichkeit - traurige Schicksale h├Ąufen sich, allerdings au├čerhalb der publizistischen Wahrnehmung.
Innerhalb der
├ärzteschaft und in den Medien entbrennt verst├Ąrkt seit dem Jahr 2000 ein Disput, da├č die deutschen ├ärzte ja gar nicht so gut seien, man sie mehr kontrollieren m├╝sse, ihre Ethik ├╝berwacht und ihr Einkommen limitiert werden sollte. Und nicht gerade wenige ├ärzte beteiligen sich mit Feuereifer daran....
Das deutsche Staatswesen, die deutsche Wirtschaftspolitik, das deutschen Gesundheitswesen und alle deutschen ├ärzte steuern auf einen Wendepunkt zu im Denken, F├╝hlen und Handeln. Die Zeit wird reif f├╝r eine Abkehr vom linear-kausal orientierten Materialismus zu einem zirkul├Ąr-verzweigt-holistisch kreativen Paradigma f├╝r das gesamte Dasein des Menschen. Die bald 100 Jahre alten Erkenntnisse der "modernen" Atomphysik m├╝ssen allm├Ąhlich doch ernst genommen werden. Daraus ergibt sich nach meiner Erfahrung und ├ťberzeugung eine neue Medizin, die medizinisch, psychologisch, menschlich und unternehmerisch eine neue, h├Âher integrierte Qualit├Ąt erreicht. Sorgen wir gemeinsam wieder daf├╝r, da├č gute ├ärzte auch erfolgreiche ├ärzte sein k├Ânnen! ├ťberlassen wir die Qualit├Ątsdiskussion nicht mehr den Nicht-├ärzten!

6. Mai 2009
Tip zur Gestaltung Ihrer Homepage: Lassen Sie die Texte, die Sie dort stehen haben einmal durch die Rechtschreibpr├╝fung Ihres Textverarbeitungsprogramms laufen. Es ist erstaunlich, wie viele Rechtschreibfehler man dann immer noch findet. Wenn Sie kosmetische Behandlungen erkl├Ąren und dann "gestraftes Gewebe" haben statt "gestrafftem", kann das schon ein Lacherfolg sein. Am besten lassen Sie Ihre Homepage gleich von mir analysieren - das kostet kaum was, sch├╝tzt Sie vor viel ├ärger und verbessert Ihr Marketing.

16. Mai 2009
1) Haben Sie auch schon die ├ťberlegung geh├Ârt, die Autoindustrie sei in der Krise, weil man zu sp├Ąt auf sparsame, umweltfreundliche Fahrzeuge gesetzt habe? So ein Unsinn! Der Kardinalfehler besteht darin, jedem Menschen auf diesem eher kleinen Planeten alle paar Jahre ein neues Auto verkaufen zu wollen. Vergleichen Sie das mit der Medizin: jedem Menschen, der sich das andrehen l├Ą├čt, einmal monatlich ein Ganzk├Ârper-"Kernspint"?
Autos sollten super-langlebig sein und so viel Spa├č machen, da├č man sich von Ihnen nie trennt - wie von guten Freunden. Dann darf der Erwerb teuer sein. Oder aber ein Auto ist ein richtig billiger Verbrauchsartikel, dann schnell her, schnell weg damit; da tut es f├╝r mich auch Car-Sharing. In der Medizin k├Ânnen Sie ebenso Super-Klasse anbieten oder Aldimedizin. Die Aldi-Br├╝der sind die reichsten Deutschen, daher empfehle ich eigentlich die Aldi-Medizin. Die meisten Kollegen f├╝hlen sich allerdings zur Premium-Medizin berufen. So viele Spitzenmediziner kann es eigentlich gar nicht geben - aber Sie als Leser dieses Rundbriefes geh├Âren nat├╝rlich zur Elite! Bieten Sie auf jeden Fall verl├Ą├čliche, zuverl├Ąssige, ehrliche, langfristige Betreuung. Man kann es gar nicht oft genug sagen.
Bieten Sie in jedem Fall verl├Ą├čliche, zuverl├Ąssige, ehrliche, langfristige Betreuung. Bieten Sie in jedem Fall verl├Ą├čliche, zuverl├Ąssige, ehrliche, langfristige Betreuung. Bieten Sie in jedem Fall verl├Ą├čliche, zuverl├Ąssige, ehrliche, langfristige Betreuung. Bieten Sie in jedem Fall verl├Ą├čliche, zuverl├Ąssige, ehrliche, langfristige Betreuung. Angekommen?

2) Oswald Metzger - der Gr├╝ne, der zur CDU gewechselt ist - hat "Die verlogene Gesellschaft" geschrieben (Rowohlt 2009; 16,90 EUR). Den Typen mag ich, weil er (auch) ein Hardliner ist. Einer, der freiwillig auf 10 000 EUR monatlich an sogenannten Di├Ąten verzichtet, indem er aus pers├Ânlicher ├ťberzeugung sein Landtagsmandat niederlegt. Anscheinend war er von der internen Entwicklung der Gr├╝nen sehr ├╝berrascht - ich war das ├╝brigens nicht. In ganz fr├╝her Jugend habe ich die ja mal gew├Ąhlt... na ja, eben Jugends├╝nde.
Aus Metzgers Sicht sind wir Alle selbst schuld daran, da├č wir so verlogene und unf├Ąhige Politiker haben. Weil wir W├Ąhler faul und bequem und selber so bereit zum Ausnutzen der sozialen H├Ąngematte seien, k├Ânnen die Politiker fast nicht anders.... Nun halte ich ihm zumindest zugute, da├č er das selbst glaubt - einer der wenigen intelligenten Berufspolitiker, die glauben, was sie sagen. Aber so simpel ist es nicht. Wenn 80% aller Menschen eher ├Ąngstlich sind und nicht aus der Masse ausscheren wollen, dann k├Ânnen und m├╝ssen die ├╝brigen 20% festlegen, wie das Zusammenleben aussehen soll. Sollen die Schlauen die Braven beherrschen und ausnutzen - oder wollen Schlaue und Brave gemeinsam eine bessere Welt schaffen? Derzeit beherrschen 10% Schlaue die anderen. Jeder Zehnte geh├Ârt irgendwie zur herrschenden Klasse. Dadurch sind die Chancen f├╝r die restlichen 10% recht gering; die sind n├Ąmlich heillos zerstritten. Leider habe nicht einmal ich ein Patentrezept.
Ist Ihnen auch schon aufgefallen, da├č es keine Selbstmordwelle unter Bankmanagern oder Aufsichtsratsmitgliedern gibt? Haben Sie auch schon bemerkt, da├č es nicht die leitenden Bankmitarbeiter sind, die jetzt depressiv in die Praxen kommen - etwa weil ihre Frau mit solchen Versagern nix mehr zu tun haben will! Das ist doch interessant....
Folgern wir daraus, da├č sich das Gute durchsetzt, da├č wir eine gute Organisationsform unserer Gesellschaft haben - oder k├Ânnte es sein, da├č wir Strukturen etabliert haben, die die falschen Leute nach oben bringen?

6. Juni 2009
Was tun Sie bei der Leichenschau, wenn Sie die Todesursache nur raten k├Ânnen? Unser Problem ist, da├č wir die oft behauptete Kausalkette "Koronarverschlu├č - Herzversagen" nur vermuten k├Ânnen und mit der Angabe einer Todesursache eine Pseudokausalit├Ąt schaffen. Wir k├Ânnten ehrlicherweise nur sagen "kein Hinweis auf Fremdeinwirkung" und "wahrscheinlichste Todesursache", wo dann z.B. Immobilit├Ąt oder Rhythmusst├Ârung rein aus anamnestischen Daten in Frage k├Ąmen. Die derzeit vorhandenen Formbl├Ątter laden zum Raten/L├╝gen ein und tragen zur Verschleierung geschickter Morde erheblich bei. Deshalb bin ich f├╝r das "coroner"-System mit staatlicher Pflicht-Autopsie. So ziemlich der einzige Fall, wo mehr Staat gut w├Ąre - und gerade da bauen sie den staatlichen Eingriff ab......

2010
Nun ein Hinweis f├╝r alle, die so wie ich gerne mit Karteikarten zum Anfassen arbeiten: Sie brauchen 5 Spalten, davon wie wohl allgemein ├╝blich die erste f├╝r den Datumsstempel und die zweite f├╝r die Abrechnungsziffern. Dann kommt eine Spalte Anamnese und Befund, in die auch die Helferinnen schreiben d├╝rfen. Die vierte Spalte d├╝rfen nur Sie beschreiben - da sind die Therapien drin. Und in der letzten stehen die ausgestellten Verordnungen. So sehen Sie auf eine Blick, welche Rezepte wann geschrieben worden sind, oder finden durchgef├╝hrte Injektionen viel schneller.

19. September
Im letzten Rundbrief habe ich Celox Gauze f├╝r Arterienblutungen erw├Ąhnt und zur Bevorratung aufgerufen. Im folgenden eMail-Leserbrief weist ein aktiver Kollege zu Recht darauf hin, da├č unsere Vorbereitung auf die zu erwartenden ├╝bleren Verletzungsmuster, wie es sie bisher nur im Krieg au├čerhalb Deutschlands gab, noch weitergehen mu├č!
"Vielen Dank f├╝r Ihren - wieder sehr interessanten - Newsletter, lieber Herr Kollege Machens! - Zur Notfallmedizin fehlt aber noch etwas, was der Rettungsdienst in D nicht vorh├Ąlt, man geht nach der Maxime vor: "irgendwas findet sich dann schon ...". Es ist das gute alte Tourniquet, welches seit den modernen Kriegen (Iraq I + II ) wieder Eingang in die pr├Ąhospitale Notfallmedizin gefunden hat. Siehe auch wikipedia.org/wiki/Tourniquet-Abbindesystem. Entgegen dem WIKI-Eintrag wird es von PHTLS-Deutschland gelehrt und propagiert. Der Slogan lautet: "Jeder Erythrozyt (der in der Zirkulation verbleibt) z├Ąhlt!" Ein vom Milit├Ąr erprobtes und zertifiziertes System ist da allemal besser als ein Taschentuch und ein St├Âckchen... Die kurzen (Notarzt-)Einsatzfristen in Deutschland und auch kurze Transportwege lassen das Isch├Ąmie- und Nervenkomplikations-Problem in den Hintergrund treten. Ich habe solch ein Teil immer in der "KV-Notdienst-Notarztdienst-Im-Auto-Jacke" griffbereit, zusammen mit einem Edding.
Edding? Die Abbindezeit wird dem Verletzten als "T: hh:mm" auf die Stirn geschrieben. So ├╝bersieht niemand im Schockraum die Abbindung, und jeder wei├č die genaue Anlegezeit an der Extremit├Ąt. - Ihr Leser N.N."
(Anmerkung von Dr. Machens: Von den verf├╝gbaren Tourniquet-Systemen hat den Kollegen und mich der SOF Tactical Tourniquet am meisten ├╝berzeugt. Geben Sie diese Infos weiter!)



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