Praxismanagement
30.09.2023

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Desintegrierte Versorgung fängt klein an...

Hat es eine besondere Bedeutung, da√ü die Pressemitteilung √ľber das Modellprojekt von Medi Baden-W√ľrttemberg aus dem weniger bekannten Ort Neupotz kommt? "Neupotz" k√∂nnte der Beginn des Untergangs f√ľr viele Praxen sein, wenn die Folgen des Modellprojekts bei Daimler-Chrysler nicht sehr kritisch beobachtet werden.

Es beginnt ganz friedlich und beinahe √§rztefreundlich: ‚ÄěViele Patienten gehen erst zum Arzt, wenn sie ernsthaft krank sind....‚Äú Analysieren wir die Folgen: Mitarbeiter von Daimler-Chrysler in W√∂rth und Germersheim k√∂nnen seit dem 5. Oktober 2004 vor oder nach Schichtbeginn wechselweise einen Orthop√§den, Dermatologen, Chirurgen oder einen Klinikinternisten aufsuchen ‚Äď motiviert oder gek√∂dert werden sie mit dem Erla√ü der Selbstbeteiligung, der ‚ÄěPraxisgeb√ľhr‚Äú und wahrscheinlich auch mit gro√üz√ľgigerer Medikamentenverordnung ohne Budgetzw√§nge.
¬∑ In den Praxen entfallen vor allem die Verd√ľnnerscheine.
¬∑ Die pers√∂nliche Beziehung zu einem bestimmten Arzt wird abgebaut ‚Äď vor allem die zum Hausarzt.
¬∑ Bei einem garantierten Stundenhonorar von 100 ‚ā¨ (ohne Abzug von Kosten entspricht das 200 ‚ā¨ in der normalen Praxis) k√∂nnen die Fach√§rzte leicht gute Laune verbreiten.
· Wir machen den Trend zum austauschbaren Supermarkt-Arzt hoffähig.
· Dank der Krankenhaus-Internisten der Asklepioskette wird eine internistische Abklärung wohl mehr stationär als ambulant erfolgen.

Die Honorargestaltung mit 12,50 ‚ā¨ pro Kontakt verleitet zur h√§ufigen Wiedereinbestellung z.B. chirurgisch versorgter Patienten: Wenn der Arzt unter 8 Minuten pro Patient
ben√∂tigt, kann er √ľber die garantierten 100 ‚ā¨ st√ľndlich kommen. Das ist vielen Kollegen in ‚Äěnormalen‚Äú Praxen nicht m√∂glich.
Wie m√ľ√üte dieses Projekt umgestaltet werden? Es l√§√üt sich noch was daraus machen, weil sich das Projekt in der jetzt geplanten Form bald als in der Pr√§vention unwirksam erweisen wird. Folgende Modifikationen sind mindestens erforderlich:
¬∑ Ausschlu√ü der pr√§ventionsunerfahrenen Klinik√§rzte ohne √ľberstandenen ‚ÄěPraxisschock‚Äú zugunsten der Niedergelassenen.
· Statistischer Vergleich der Prophylaxeerfolge von Haus- und Fachärzten
¬∑ Konstante, bekannte Ansprechpartner aus niedergelassenen Praxen f√ľr jeweils zwei Monate im ausgelosten Rotationsverfahren, √ľberwiegend Haus√§rzte.
¬∑ Doppelt so hohe Honorare f√ľr die teilnehmenden √Ąrzte, so da√ü Gespr√§che ‚Äď das beste Mittel der Pr√§vention ‚Äď sich wirklich lohnen und zus√§tzlicher Technikeinsatz kein Geld mehr einbringt.
¬∑ M√∂glichkeit der √úberweisung zum Hausarzt, notfalls auch zum Facharzt, ohne Selbstbeteiligung f√ľr den Patienten, also Therapie ohne Bestrafung.
Nur so verhindert man die Zerst√∂rung von Hausarztpraxen und Vertrauensbeziehungen, und nur √ľber einen Einbezug des medizinischen Erfolgs in den Erfolg der √Ąrzte tritt die erhoffte Reduktion der Krankschreibungen ein!




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